GVG   (7)  
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 OLG 

_115   GVG
[ Besetzung ]

Die Oberlandesgerichte werden mit einem Präsidenten sowie mit Vorsitzenden Richtern und weiteren Richtern besetzt.



_116   GVG (F)
[ Zivil- und Strafsenate ]

(1) 1Bei den Oberlandesgerichten werden Zivil- und Strafsenate gebildet.
2aBei den nach 120 zuständigen Oberlandesgerichten werden Ermittlungsrichter bestellt;
2bzum Ermittlungsrichter kann auch jedes Mitglied eines anderen Oberlandesgerichts, das in dem in 120 bezeichneten Gebiet seinen Sitz hat, bestellt werden.

(2) (1) 1Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung außerhalb des Sitzes des Oberlandesgerichts für den Bezirk eines oder mehrerer Landgerichte Zivil- oder Strafsenate zu bilden und ihnen für diesen Bezirk die gesamte Tätigkeit des Ziviloder Strafsenats des Oberlandesgerichts oder einen Teil dieser Tätigkeit zuzuweisen.
2Ein auswärtiger Senat für Familiensachen kann für die Bezirke mehrerer Familiengerichte gebildet werden.

(3) (1) Die Landesregierungen können die Ermächtigung nach Absatz 2 auf die Landesjustizverwaltungen übertragen.



_117   GVG
[ Senatmitglieder - Vertretung ]

Die Vorschrift des 70 Abs.1 ist entsprechend anzuwenden.



118   GVG
[ Musterverfahren ]

Die Oberlandesgerichte sind in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten im ersten Rechtszug zuständig für die Verhandlung und Entscheidung über Musterverfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz.



_119   GVG (F)
[Zuständigkeit - Zivilsachen] (1)

(1) (3) Die Oberlandesgerichte sind in Zivilsachen zuständig für die Verhandlung und Entscheidung über die Rechtsmittel:

  1. der Beschwerde gegen Entscheidungen der Amtsgerichte

  2. der Berufung und der Beschwerde gegen Entscheidungen der Landgerichte.

(2) 23b Abs.1 und 2 gilt entsprechend.

(3) 1Durch Landesgesetz kann bestimmt werden, dass die Oberlandesgerichte über Absatz 1 hinaus für alle Berufungen und Beschwerden gegen amtsgerichtliche Entscheidungen zuständig sind.
2aDas Nähere regelt das Landesrecht;
2bes kann von der Befugnis nach Satz 1 in beschränktem Umfang Gebrauch machen, insbesondere die Bestimmung auf die Entscheidungen einzelner Amtsgerichte oder bestimmter Sachen beschränken.

(4) Soweit eine Bestimmung nach Absatz 3 Satz 1 getroffen wird, hat das Landesgesetz zugleich Regelungen zu treffen, die eine Belehrung über das zuständige Rechtsmittelgericht in der angefochtenen Entscheidung sicherstellen.

(5) Bestimmungen nach Absatz 3 gelten nur für Berufungen und Beschwerden, die vor dem 1. Januar 2008 eingelegt werden.

(6) 1Die Bundesregierung unterrichtet den Deutschen Bundestag zum 1. Januar 2004 und zum 1.Januar 2006 über Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse, welche die Länder, die von der Ermächtigung nach Absatz 3 Gebrauch gemacht haben, gewonnen haben.
2Die Unterrichtung dient dem Zweck, dem Deutschen Bundestag die Prüfung und Entscheidung zu ermöglichen, welche bundeseinheitliche Gerichtsstruktur die insgesamt sachgerechteste ist, weil sie den Bedürfnissen und Anforderungen des Rechtsverkehrs am besten entspricht.



_120   GVG (F)
[Zuständigkeit - Strafsachen in 1.Instanz]

(1) In Strafsachen sind die Oberlandesgerichte, in deren Bezirk die Landesregierungen ihren Sitz haben, für das Gebiet des Landes zuständig für die Verhandlung und Entscheidung im ersten Rechtszug

  1. bei Friedensverrat in den Fällen des 80 des Strafgesetzbuches,

  2. bei Hochverrat ( 81 bis 83 des Strafgesetzbuches),

  3. bei Landesverrat und Gefährdung der äußeren Sicherheit ( 94 bis 100a des Strafgesetzbuches) sowie bei Straftaten nach 52 Abs.2 des Patentgesetzes, nach 9 Abs.2 des Gebrauchsmustergesetzes in Verbindung mit 52 Abs.2 des Patentgesetzes oder nach 4 Abs.4 des Halbleiterschutzgesetzes in Verbindung mit 9 Abs.2 des Gebrauchsmustergesetzes und 52 Abs.2 des Patentgesetzes,

  4. bei einem Angriff gegen Organe und Vertreter ausländischer Staaten ( 102 des Strafgesetzbuches),

  5. bei einer Straftat gegen Verfassungsorgane in den Fällen der 105, 106 des Strafgesetzbuches,

  6. bei einer Zuwiderhandlung gegen das Vereinigungsverbot des 129a, auch in Verbindung mit 129b Abs.1 (2), des Strafgesetzbuches,

  7. bei Nichtanzeige von Straftaten nach 138 des Strafgesetzbuches, wenn die Nichtanzeige eine Straftat betrifft, die zur Zuständigkeit der Oberlandesgerichte gehört und

  8. bei Völkermord ( 6 des Völkerstrafgesetzbuches). (1)

(2) 1Diese Oberlandesgerichte sind ferner für die Verhandlung und Entscheidung im ersten Rechtszug zuständig

  1. bei den in 74a Abs.1 bezeichneten Straftaten, wenn der Generalbundesanwalt wegen der besonderen Bedeutung des Falles nach 74a Abs.2 die Verfolgung übernimmt,

  2. bei Mord ( 211 des Strafgesetzbuches), Totschlag ( 212 des Strafgesetzbuches) und den in 129a Abs.1 Nr.2 und Abs.2 des Strafgesetzbuches (3) bezeichneten Straftaten, wenn ein Zusammenhang mit der Tätigkeit einer nicht oder nicht nur im Inland bestehenden Vereinigung besteht, deren Zweck oder Tätigkeit die Begehung von Straftaten dieser Art zum Gegenstand hat, und der Generalbundesanwalt wegen der besonderen Bedeutung des Falles die Verfolgung übernimmt,

  3. (9) bei Mord ( 211 des Strafgesetzbuchs), Totschlag ( 212 des Strafgesetzbuchs), erpresserischem Menschenraub ( 239a des Strafgesetzbuchs), Geiselnahme ( 239b des Strafgesetzbuchs), schwerer und besonders schwerer Brandstiftung ( 306a und 306b des Strafgesetzbuchs), Brandstiftung mit Todesfolge ( 306c des Strafgesetzbuchs), Herbeiführen einer Explosion durch Kernenergie in den Fällen des 307 Abs.1 und 3 Nr.1 des Strafgesetzbuchs, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion in den Fällen des 308 Abs.1 bis 3 des Strafgesetzbuchs, Missbrauch ionisierender Strahlen in den Fällen des 309 Abs.1 bis 4 des Strafgesetzbuchs, Vorbereitung eines Explosions- oder Strahlungsverbrechens in den Fällen des 310 Abs.1 Nr.1 bis 3 des Strafgesetzbuchs, Herbeiführen einer Überschwemmung in den Fällen des 313 Abs.2 in Verbindung mit 308 Abs.2 und 3 des Strafgesetzbuchs, gemeingefährlicher Vergiftung in den Fällen des 314 Abs.2 in Verbindung mit 308 Abs.2 und 3 des Strafgesetzbuchs und Angriff auf den Luft- und Seeverkehr in den Fällen des 316c Abs.1 und 3 des Strafgesetzbuchs, wenn die Tat nach den Umständen bestimmt und geeignet ist,

    1. den Bestand oder die Sicherheit eines Staates zu beeinträchtigen,

    2. Verfassungsgrundsätze der Bundesrepublik Deutschland zu beseitigen, außer Geltung zu setzen oder zu untergraben,

    3. die Sicherheit der in der Bundesrepublik Deutschland stationierten Truppen des Nordatlantik- Pakts oder seiner nichtdeutschen Vertragsstaaten zu beeinträchtigen oder

    4. den Bestand oder die Sicherheit einer internationalen Organisation zu beeinträchtigen,

    und der Generalbundesanwalt wegen der besonderen Bedeutung des Falles die Verfolgung übernimmt,

  4. bei Straftaten nach dem Außenwirtschaftsgesetz sowie bei Straftaten nach 19 Abs.2 Nr.2 und 20 Abs.1 des Gesetzes über die Kontrolle von Kriegswaffen, wenn die Tat nach den Umständen

    und der Generalbundesanwalt wegen der besonderen Bedeutung des Falles die Verfolgung übernimmt (6).

2Sie verweisen bei der Eröffnung des Hauptverfahrens die Sache in den Fällen der Nummer 1 an das Landgericht, in den Fällen der Nummern 2 bis 4 (7) an das Land- oder Amtsgericht, wenn eine besondere Bedeutung des Falles nicht vorliegt.

(3) 1In den Sachen, in denen diese Oberlandesgerichte nach Absatz 1 oder 2 zuständig sind, treffen sie auch die in 73 Abs.1 bezeichneten Entscheidungen.
2Sie entscheiden ferner über die Beschwerde gegen Verfügungen der Ermittlungsrichter der Oberlandesgerichte ( 169 Abs.1 Satz 1 der Strafprozeßordnung) in den in 304 Abs.5 der Strafprozeßordnung bezeichneten Fällen.

(4) 1Diese Oberlandesgerichte entscheiden auch über die Beschwerde gegen Verfügungen und Entscheidungen des nach 74a zuständigen Gerichts.
2Für Entscheidungen über die Beschwerde gegen Verfügungen und Entscheidungen des nach 74a Abs.4 zuständigen Gerichts sowie in den Fällen des 100d Abs.1 Satz 6 (8) der Strafprozessordnung ist ein nicht mit Hauptverfahren in Strafsachen befasster Senat zuständig (4).

(5) 1Für den Gerichtsstand gelten die allgemeinen Vorschriften.
2Die beteiligten Länder können durch Vereinbarung die den Oberlandesgerichten in den Absätzen 1 bis 4 zugewiesenen Aufgaben dem hiernach zuständigen Gericht eines Landes auch für das Gebiet eines anderen Landes übertragen.

(6) Soweit nach 142a für die Verfolgung der Strafsachen die Zuständigkeit des Bundes begründet ist, üben diese Oberlandesgerichte Gerichtsbarkeit nach Artikel 96 Abs.5 des Grundgesetzes aus.

(7) (5) Soweit die Länder aufgrund von Strafverfahren, in denen die Oberlandesgerichte in Ausübung von Gerichtsbarkeit des Bundes entscheiden, Verfahrenskosten und Auslagen von Verfahrensbeteiligten zu tragen oder Entschädigungen zu leisten haben, können sie vom Bund Erstattung verlangen.



_120a   GVG (F)
[ Zuständigkeit bei Sicherungsverwahrung ] (1)

(1) Hat im ersten Rechtszug ein Strafsenat die Anordnung der Sicherungsverwahrung vorbehalten oder in den Fällen des 66b des Strafgesetzbuches (2) als Tatgericht entschieden, ist dieser Strafsenat im ersten Rechtszug für die Verhandlung und Entscheidung über die im Urteil vorbehaltene oder die nachträgliche Anordnung der Sicherungsverwahrung zuständig.

(2) In den Fällen des 66b des Strafgesetzbuches (3) gilt 462a Abs.3 Satz 2 und 3 der Strafprozessordnung entsprechend.



_120b   GVG (F)
[ Zuständigkeit bei Bestechung von Mandatsträgern ] (1)

1In Strafsachen sind die Oberlandesgerichte, in deren Bezirk die Landesregierungen ihren Sitz haben, zuständig für die Verhandlung und Entscheidung im ersten Rechtszug bei Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern ( 108e des Strafgesetzbuches).
2 120 Absatz 3 und 5 gilt entsprechend.



_121   GVG (F)
[ Zuständigkeit - Rechtsmittelinstanz ]

(1) Die Oberlandesgerichte sind in Strafsachen ferner zuständig für die Verhandlung und Entscheidung über die Rechtsmittel:

  1. der Revision gegen

    1. die mit der Berufung nicht anfechtbaren Urteile des Strafrichters;

    2. die Berufungsurteile der kleinen und großen Strafkammern;

    3. die Urteile des Landgerichts im ersten Rechtszug, wenn die Revision ausschließlich auf die Verletzung einer in den Landesgesetzen enthaltenen Rechtsnorm gestützt wird;

  2. der Beschwerde gegen strafrichterliche Entscheidungen, soweit nicht die Zuständigkeit der Strafkammern oder des Bundesgerichtshofes begründet ist;

  3. der Rechtsbeschwerde gegen Entscheidungen der Strafvollstreckungskammern nach den 50 Abs.5, 116, 138 Abs.3 des Strafvollzugsgesetzes und der Jugendkammern nach 92 Abs.2 des Jugendgerichtsgesetzes (2) (1)

(2) (3) Will ein Oberlandesgericht bei seiner Entscheidung

  1. nach Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe a oder Buchstabe b von einer nach dem 1. April 1950 ergangenen Entscheidung,

  2. nach Absatz 1 Nummer 3 von einer nach dem 1. Januar 1977 ergangenen Entscheidung oder

  3. nach Absatz 1 Nummer 2 über die Erledigung einer Maßregel der Unterbringung in der Sicherungsverwahrung oder in einem psychiatrischen Krankenhaus oder über die Zulässigkeit ihrer weiteren Vollstreckung von einer nach dem 1. Januar 2010 ergangenen Entscheidung

eines anderen Oberlandesgerichtes oder von einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes abweichen, so hat es die Sache dem Bundesgerichtshof vorzulegen.

(3) 1Ein Land, in dem mehrere Oberlandesgerichte errichtet sind, kann durch Rechtsverordnung der Landesregierung die Entscheidungen nach Absatz 1 Nr.3 einem Oberlandesgericht für die Bezirke mehrerer Oberlandesgerichte oder dem Obersten Landesgericht zuweisen, sofern die Zuweisung für eine sachdienliche Förderung oder schnellere Erledigung der Verfahren zweckmäßig ist.
2Die Landesregierungen können die Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf die Landesjustizverwaltungen übertragen.



_122   GVG (F)
[ Senatsbesetzung ]

(1) Die Senate der Oberlandesgerichte entscheiden, soweit nicht nach den Vorschriften der Prozeßgesetze an Stelle des Senats der Einzelrichter zu entscheiden hat, in der Besetzung von drei Mitgliedern mit Einschluß des Vorsitzenden.

(2) 1Die Strafsenate entscheiden über die Eröffnung des Hauptverfahrens des ersten Rechtszuges mit einer Besetzung von fünf Richtern einschließlich des Vorsitzenden.
2Bei der Eröffnung des Hauptverfahrens beschließt der Strafsenat, daß er in der Hauptverhandlung mit drei Richtern einschließlich des Vorsitzenden besetzt ist, wenn nicht nach dem Umfang oder der Schwierigkeit der Sache die Mitwirkung zweier weiterer Richter notwendig erscheint.
3Über die Einstellung des Hauptverfahrens wegen eines Verfahrenshindernisses entscheidet der Strafsenat in der für die Hauptverhandlung bestimmten Besetzung.
4Ist eine Sache vom Revisionsgericht zurückverwiesen worden, kann der nunmehr zuständige Strafsenat erneut nach Satz 2 über seine Besetzung beschließen. (1)



 BGH 


_123   GVG
[ Sitz ]

Sitz des Bundesgerichtshofes ist Karlsruhe.



_124   GVG
[ Besetzung ]

Der Bundesgerichtshof wird mit einem Präsidenten sowie mit Vorsitzenden Richtern und weiteren Richtern besetzt.



_125   GVG
[ Mitglieder - Ernennung ]

(1) Die Mitglieder des Bundesgerichtshofes werden durch den Bundesminister der Justiz gemeinsam mit dem Richterwahlausschuß gemäß dem Richterwahlgesetz berufen und vom Bundespräsidenten ernannt.

(2) Zum Mitglied des Bundesgerichtshofes kann nur berufen werden, wer das fünfunddreißigste Lebensjahr vollendet hat.



_126 - _129   GVG
[ weggefallen ]



_130   GVG
[ Zivil- und Strafsenate ]

(1) 1Bei dem Bundesgerichtshof werden Zivil- und Strafsenate gebildet und Ermittlungsrichter bestellt.
2Ihre Zahl bestimmt der Bundesminister der Justiz.

(2) Der Bundesminister der Justiz wird ermächtigt, Zivil- und Strafsenate auch außerhalb des Sitzes des Bundesgerichtshofes zu bilden und die Dienstsitze für Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes zu bestimmen.



_131   GVG
[ weggefallen ]



_132   GVG
[ Große Senate / Vereinigter Großer Senat ]

(1) 1Beim Bundesgerichtshof werden ein Großer Senat für Zivilsachen und ein Großer Senat für Strafsachen gebildet.
2Die Großen Senate bilden die Vereinigten Großen Senate.

(2) Will ein Senat in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Senats abweichen, so entscheiden der Große Senat für Zivilsachen, wenn ein Zivilsenat von einem anderen Zivilsenat oder von dem Großen Zivilsenat, der Große Senat für Strafsachen, wenn ein Strafsenat von einem anderen Strafsenat oder von dem Großen Senat für Strafsachen, die Vereinigten Großen Senate, wenn ein Zivilsenat von einem Strafsenat oder von dem Großen Senat für Strafsachen oder ein Strafsenat von einem Zivilsenat oder von dem Großen Senat für Zivilsachen oder ein Senat von den Vereinigten Großen Senaten abweichen will.

(3) 1Eine Vorlage an den Großen Senat oder die Vereinigten Großen Senate ist nur zulässig, wenn der Senat, von dessen Entscheidung abgewichen werden soll, auf Anfrage des erkennenden Senats erklärt hat, daß er an seiner Rechtsauffassung festhält.
2Kann der Senat, von dessen Entscheidung abgewichen werden soll, wegen einer Änderung des Geschäftsverteilungsplanes mit der Rechtsfrage nicht mehr befaßt werden, tritt der Senat an seine Stelle, der nach dem Geschäftsverteilungsplan für den Fall, in dem abweichend entschieden wurde, zuständig wäre.
3aÜber die Anfrage und die Antwort entscheidet der jeweilige Senat durch Beschluß in der für Urteile erforderlichen Besetzung;
3b 97 Abs.2 Satz 1 des Steuerberatungsgesetzes und 74 Abs.2 Satz 1 der Wirtschaftsprüferordnung bleiben unberührt.

(4) Der erkennende Senat kann eine Frage von grundsätzlicher Bedeutung dem Großen Senat zur Entscheidung vorlegen, wenn das nach seiner Auffassung zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich ist.

(5) 1Der Große Senat für Zivilsachen besteht aus dem Präsidenten und je einem Mitglied der Zivilsenate, der Große Senate für Strafsachen aus dem Präsidenten und je zwei Mitgliedern der Strafsenate.
2Legt ein anderer Senat vor oder soll von dessen Entscheidung abgewichen werden, ist auch ein Mitglied dieses Senats im Großen Senat vertreten.
3Die Vereinigten Großen Senate bestehen aus dem Präsidenten und den Mitgliedern der Großen Senate.

(6) 1Die Mitglieder und die Vertreter werden durch das Präsidium für ein Geschäftsjahr bestellt.
2Dies gilt auch für das Mitglied eines anderen Senats nach Absatz 5 Satz 2 und für seinen Vertreter.
3Den Vorsitz in den Großen Senaten und den Vereinigten Großen Senaten führt der Präsident, bei Verhinderung das dienstälteste Mitglied.
4Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag.



_133   GVG (F)
[ Zuständigkeit des BGH ] (2)

In Zivilsachen ist der Bundesgerichtshof zuständig für die Verhandlung und Entscheidung über die Rechtsmittel der Revision, der Sprungrevision, der Rechtsbeschwerde und der Sprungrechtsbeschwerde.



_134   GVG
[ weggefallen ]



_135   GVG (F)
[ Zuständigkeit in Strafsachen ]

(1) In Strafsachen ist der Bundesgerichtshof zuständig zur Verhandlung und Entscheidung über das Rechtsmittel der Revision gegen die Urteile der Oberlandesgerichte im ersten Rechtszug sowie gegen die Urteile der Landgerichte im ersten Rechtszug, soweit nicht die Zuständigkeit der Oberlandesgerichte begründet ist.

(2) Der Bundesgerichtshof entscheidet ferner über Beschwerden gegen Beschlüsse und Verfügungen der Oberlandesgerichte in den in 138 d Abs.6 Satz 1, 304 Abs.4 Satz 2 und 310 Abs.1 der Strafprozeßordnung bezeichneten Fällen sowie über Beschwerden gegen Verfügungen des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofes ( 169 Abs.1 Satz 2 der Strafprozeßordnung) in den in 304 Abs.5 der Strafprozeßordnung bezeichneten Fällen (1).



_136 - _137   GVG
[ weggefallen ]



_138   GVG
[ Verfahren - Große Senate ]

(1) 1Die Großen Senate und die Vereinigten Großen Senate entscheiden nur über die Rechtsfrage.
2Sie können ohne mündliche Ver-handlung entscheiden.
3Die Entscheidung ist in der vorliegenden Sa-che für den erkennenden Senat bindend.

(2) 1Vor der Entscheidung des Großen Senats für Strafsachen oder der Vereinigten Großen Senate und in Rechtsstreitigkeiten, welche die Anfechtung einer Todeserklärung zum Gegenstand haben, ist der Generalbundesanwalt zu hören. (1)
2Der Generalbundesanwalt kann auch in der Sitzung seine Auffassung darlegen.

(3) Erfordert die Entscheidung der Sache eine erneute mündliche Verhandlung vor dem erkennenden Senat, so sind die Beteiligten unter Mitteilung der ergangenen Entscheidung der Rechtsfrage zu der Verhandlung zu laden.



_139   GVG (F)
[Senate - Besetzung]

(1) Die Senate des Bundesgerichtshofes entscheiden in der Besetzung von fünf Mitgliedern einschließlich des Vorsitzenden.

(2) 1Die Strafsenate entscheiden über Beschwerden (1) in der Besetzung von drei Mitgliedern einschließlich des Vorsitzenden.
2Dies gilt nicht für die Entscheidung über Beschwerden gegen Beschlüsse, durch welche die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt oder das Verfahren wegen eines Verfahrenshindernisses eingestellt wird.



_140   GVG (F)
[ Geschäftsordnung ]

Der Geschäftsgang wird durch eine Geschäftsordnung geregelt, die das Plenum beschließt (1).



 Wiederaufnahmeverfahren in Strafsachen 


_140a   GVG
[ Wiederaufnahmeverfahren ]

(1) 1Im Wiederaufnahmeverfahren entscheidet ein anderes Gericht mit gleicher sachlicher Zuständigkeit als das Gericht, gegen dessen Entscheidung sich der Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens richtet.
2Über einen Antrag gegen ein im Revisionsverfahren erlassenes Urteil entscheidet ein anderes Gericht der Ordnung des Gerichts, gegen dessen Urteil die Revision eingelegt war.

(2) Das Präsidium des Oberlandesgerichts bestimmt vor Beginn des Geschäftsjahres die Gerichte, die innerhalb seines Bezirks für die Entscheidungen in Wiederaufnahmeverfahren örtlich zuständig sind.

(3) 1Ist im Bezirk eines Oberlandesgerichts nur ein Landgericht eingerichtet, so entscheidet über den Antrag, für den nach Absatz 1 das Landgericht zuständig ist, eine andere Strafkammer des Landgerichts, die vom Präsidium des Oberlandesgerichts vor Beginn des Geschäftsjahres bestimmt wird.
2Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung die nach Absatz 2 zu treffende Entscheidung des Präsidiums eines Oberlandesgerichts, in dessen Bezirk nur ein Landgericht eingerichtet ist, dem Präsidium eines benachbarten Oberlandesgerichts für solche Anträge zuzuweisen, für die nach Absatz 1 das Landgericht zuständig ist.
3Die Landesregierungen können die Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf die Landesjustizverwaltungen übertragen.

(4) 1In den Ländern, in denen nur ein Oberlandesgericht und nur ein Landgericht eingerichtet sind, gilt Absatz 3 Satz 1 entsprechend.
2Die Landesregierungen dieser Länder werden ermächtigt, mit einem benachbarten Land zu vereinbaren, daß die Aufgaben des Präsidiums des Oberlandesgerichts nach Absatz 2 einem benachbarten, zu einem anderen Land gehörenden Oberlandesgericht für Anträge übertragen werden, für die nach Absatz 1 das Landgericht zuständig ist.

(5) In den Ländern, in denen nur ein Landgericht eingerichtet ist und einem Amtsgericht die Strafsachen für die Bezirke der anderen Amtsgerichte zugewiesen sind, gelten Absatz 3 Satz 1 und Absatz 4 Satz 2 entsprechend.

(6) 1Wird die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt, das von einem Oberlandesgericht im ersten Rechtszug entschieden worden war, so ist ein anderer Senat dieses Oberlandesgerichts zuständig.
2 120 Abs.5 Satz 2 gilt entsprechend.

(7) Für Entscheidungen über Anträge zur Vorbereitung eines Wiederaufnahmeverfahrens gelten die Absätze 1 bis 6 entsprechend.



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