zu 73   VwGO (R)
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  1. Durch die Zustellung eines Widerspruchsbescheides, dessen Rechtsmittelbelehrung den Zusatz enthält, die Klage sei "in dreifacher Ausfertigung" einzureichen, wird die Klagefrist nicht in Lauf gesetzt. (vgl. OVG Münst, U 25.11.71 - 8 A 6/71 - Rechtsmittelbelehrung, DÖV 72,798 (L) = OVGE 27,165 = DNr.71.027)

  2. Weicht der nach 195 Abs.2 S.2 ZPO vorgeschriebene Vermerk des Tages der Zustellung auf der Sendung von dem Datumsvermerk auf der Zustellungsurkunde ab, so beginnt die in 9 Abs.2 VwZG bezeichneten Fristen nicht zu laufen (im Anschluß an Beschluß des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes vom 09.11.76 - BGHZ 67,355 = NJW 77,621 -). (vgl. BVerwG, U 07.11.79 - 6 C 47/78 - Datumsabweichung, NJW 80,1482 = DÖV 80,648 = VRspr 31,638 = DNr.79.060)

  3. Die Übermittlung eines Widerspruchsbescheides mit Empfangsbestätigung per Telefax setzt als ordnungsgemäße Zustellung die Klagefrist nur dann in Gang, wenn die damit von der Behörde gewollte Zustellung des Widerspruchsbescheids vom Empfänger auch zweifelsfrei als solche erkannt werden kann. Unklarheiten über die Zustellung des Widerspruchsbescheides gehen zu Lasten der Behörde. (vgl. OVG Hamb, B 15.04.97 - Bs 2 177/96 - Telefax-Bescheid, NJW-CoR 97,431 (L) = NJW 97,2616 -17 = DNr.97.140)


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